Saisonale Nachrichten: Jüdisches, saisonales Kalender

Was ist jetzt bei uns los? Pflanzen!

Sommer ist eine tolle Zeit um gesund zu essen. Wir haben (normalerweise) wenig Lust auf fette,  fleischige Gerichte. Gesund heißt auch saisonal,  was gerade jetzt gar kein Problem ist und die lokalen Sachen schmecken definitiv besser, weil sie in keinem Kühlhaus gelagert werden. Sie reifen an einem Baum oder in der Erde und nicht in einer Tiefkühltruhe.

Nachrichten aus Gemüsewelt:

In den nächsten drei Monaten bis September kann außer Spinat, Rhabarber und Spargel (deren Saison ist schon vorbei) einfach alles aus der Gemüsewelt gegessen werden. Rote Beete, alle Kohlarten, Kürbis und Zucchini lassen sich dann ab September blicken. Das heißt Rosch Haschana wird einfach perfekt für saisonale Speisen. Darauf kann man sich in den drei kommenden Monaten freuen und schon im Vorfeld einige Rezepte ausprobieren.

vegetables cc vikimedia
Fot. Creative Commons Wikimedia

In der Obstwelt: Sagen wir langsam Lehitraot zu den Erdbeeren. Im August erscheinen die ersten Weintrauben, im September folgen dann die ersten Äpfel und Birnen und danach schließlich frische Haselnüsse und Walnüsse.

Hier Links zu einigen sehr guten Online-Kalendern zur Gemüsesaison:

Wie sind diese Kalender mit den jüdischen Feiertagen zu verbinden?

Vergleiche sie mit dem jüdischen Kalender: Um saisonal und lokal zu essen, reicht es, sich an die alten jüdischen jeckischen und zentral-europäischen Traditionen zu halten:

CC Vikimedia Beit Alpha
Beit Alfa Synagoge Israel, fot. Creative Commons Wikimedia

Rosch Haschana: Honig und Äpfel sind sensationell super-saisonal. Andere (saisonale) Symbole, die mit Rosch Haschana in Verbindung stehen wie z.B. der Kürbis: Er ist rund wie die Erde und symbolisiert Fruchtbarkeit.

An Yom Kippur bevor er anbricht: Seudat Mafseket, Die letzte Mahlzeit vor Beginn des Fastens soll stark sein und uns durch die 25 Stunden bringen.Am Ende der Fasten sollte die Mahlzeit nicht so schwer sein, daher empfehlen wir vegetarische leichte Gerichte. Wenn der Feiertag ausgeht, bereiten wir uns leckere Bagels mit Lachs, Eiern und Käse.

Sukkot, unser Kornukopiafeier der Ernte: außer (Bio) Etrog, Weide zur Segnung der Sukka, brauchen wir Essen, das auch regional und saisonal vorbereitet werden kann, es ist die Zeit der gefüllten Speisen: Kürbis, Zucchini, Paprika,  Früchte und Gemüse. Dieses Jahr feiern wir Sukkotim Oktober, die Zeit des gesamten Alef-Bet der Gemüse:  Endivien, Feldsalat, Busch- und Stangenbohnen, Kohlrabi, Knoblauch, Chicorée, Blumenkohl, Chinakohl, Fenchel, Zucchini, Möhren, Kartoffeln, Kürbis, Staudensellerie, Rettich, Pastinaken, Porree, Rote Bete, Knollensellerie, Topinambur, Zwiebeln, Zuckermais, Kohlsorten, Meerrettich, Schwarzwurzeln, Steckrüben.

Chanukka: Im Winter essen wir normalerweise auch gerne Sachen, die ein bisschen schwerer sind. 

Tu BiSchwat: An diesem Feiertag essen wir getrocknete Früchte aus dem Süden. Es ist eigentlich nicht schlecht. Trockenes Obst braucht keine Tiefkühltruhe, also ist es relativ harmonisch mit dem Jahr. Statt Bäumen kannst du jetzt Petersilie pflanzen…

Purim: Es lebe Feier, dazu Wein und Kekse. Achte darauf, dass die Mischloach Manot gesund sind. Unser Rat:  Vor allem sollen deine Kinder keine roten Süßigkeiten bekommen - warum, google es bitte.

Pessach: Die zu TuBiSchwat gepflanzte Petersiliesollte schon reif sein und gutes Maror sein. Was saisongemäß seinen Platz auf deinem Sedertisch finden sollte, sind beispielsweisefolgende Gemüsesorten:  Neben Karotten, Kartoffeln und Äpfel für Charosset auch Artischocken, Champignons, Radieschen und Rettich, Bärlauch, Kresse , Rhabarber, Spinat , Schnittlauch, vielleicht schon die ersten Spargel, Fühlingszwiebeln und junge Möhren sowie die ersten Zuckerschoten. Schau mal auf deinen Pessachtisch, es sind vor allem Wurzelgemüse, Äpfel und trockene Sachen, also all das, was überwintern kann.

Schawuot:  Auf den Teller kommen Spinat und Spargel, die man mit vielleicht mal mit Käse überbacken kann :).

Ein Mini-Garten für ist ein „Must-have“ auf jedem jüdischen Balkon in diesem Sommer!

muss im sommer
Fot. Creative Commons

Für vergessliche Minimalisten reichen ein wenig Schnittlauch, Minze und Rosmarin, die fast von selbst wachsen und entweder nicht sehr viel Wasser brauchen oder sich wie Schnittlauch in Aquakulturen unterbringen lassen. Auch einen reichen Kräutergarten kannst du noch gut selbst anlegen:

  • Lavendel und Rosmarin (schmecken ähnlich): Mögen beide wenig Wasser, viel Sonne,
  • Dill (Torapflanze aus Exodus) und Basilikum werden noch sehr gut, Halbschatten und viel Wasser. Wichtig, stelle es nicht ins Wasser, es ist bequem, tötet aber die Pflanze
  • Oregano und Majoran: viel Sonne und nicht viel gießen
  • Salbei sowie Liebesstöckel , viel Sonne und kein so großes Gießen wie z.B Basilikum 
  • Estragon und Thymian: mehr Schatten und regelmäßig gießen.
  • Zitronenmelisse: Halbschatten und viel Wasser
  • Im Halbschatten Petersilie/Maror, wichtig für Pessach mag viel Wasser und nicht zu viel Sonne
  • Schnittlauch: halte es neben Petersilie und gieße es, wenn es trocknet
  • Pfefferminze:  Schatten, regelmäßig aber nicht zu viel gießen 
  • Lauch, Zwiebel und Knoblauch kommen auch in der Tora, in Numeri vor
  • Wenn du noch einen Tomatenstrauch kaufst, hast DU fast einen Garten auf dem Balkon.

 jgg