Öko-Purim

Jews Go Green – Natürlich Jüdisch zu Purim

Lass Dich von unserem studentischen Erfahrungsbericht von Anna Schilmann inspirieren. Dafür gibt es einen Purim- Ratgeber. Die große Party kommt schon nächste Woche: Organisier die Feier umweltfreundlich, sodass sie nicht zu einer Müll-Party wird.

von Anna Schlimann

Purim ist vielleicht auf den ersten Blick kein Feiertag, an dem sich ökologische Motive aufdrängen, wie zum Beispiel bei Tu BiSchwat. Auf den zweiten Blick jedoch – und das ist ja meist der entscheidende – ergeben sich tolle Möglichkeiten, diesen Tag umweltbewusst zu gestalten.

Purim ist in erster Linie ein Partytag, und das soll auch so bleiben. Es wird die Erinnerung an die Errettung der Juden in Persien gefeiert. Wie im Buch Esther beschrieben, gelang es Esther, der jüdischen Frau des Perserkönigs, den vom Minister Haman erlassenen Befehl, alle Juden im persischen Reich auszurotten, abzuwenden. Wie durch ein Wunder rettete sie damit das jüdische Volk aus der persischen Diaspora.

Purim

Daran soll mit Freude gedacht werden – eine tolle Gelegenheit also, eine Party zu feiern! Doch wer kennt es nicht: Der Morgen danach besteht meist aus Kopfschmerzen und Müllbergen. Ersteres liegt ganz bei Dir, Letzteres jedoch lässt sich ganz einfach vermeiden. Wir haben für Dich ein paar Vorschläge gesammelt:

Statt Plastikgeschirr zu verwenden, welches summiert auch noch ziemlich teuer ist, verwende doch einfach normales Porzellangeschirr und Mehrwegbecher. Du sparst Dir damit morgens das lästige Einsammeln der Party-Überreste, die dann wohlmöglich alle in einem Müllbeutel landen. Denn wer ist am Morgen danach schon in der Stimmung,  Müll zu sortieren? Genau.

Das Verkleiden spielt an Purim eine wichtige Rolle. Kleider-Tauschpartys werden schon seit Jahren überall auf der Welt veranstaltet, warum also nicht auch in deinem Freundeskreis vor Purim? Trefft Euch und bringt Eure Kostüme aus den Vorjahren gleich mit. Sicherlich ist für jeden von Euch etwas dabei und ihr spart somit die Kosten für ein neues Kostüm. Eine tolle Tausch-Party und ein neues Kostüm dazu – das nennt man wohl zwei Fliegen mit einer Klappe!

Vier Mizwot sind laut jüdischem Glauben an Purim zu beachten. Für „Mischloach Manot“, die Speisegeschenke an Freunde, lassen sich tolle, wiederverwertbare Verpackungsmöglichkeiten finden, um unsere Umwelt zu schützen. Tassen und andere Glasbehälter, wie zum Beispiel schöne Marmeladengläser, sind hierfür bestens geeignet! Auch zum Inhalt solltet ihr euch Gedanken machen. Statt 65 einzeln verpackte Kit Kats zu verschenken, sind gesunde Dinge wie Obst eine tolle Alternative. Damit geht man dann auch dem lästigen Feiertagsspeck aus dem Weg ;-)

Weiter geht es mit „Matanot La’evjonim“. Der soziale Appell soll sicherstellen, dass alle Menschen an diesem Tag versorgt sind. Beschenke also auch bedürftige oder vereinsamte Menschen und zaubere ihnen mit Deinem Besuch ein Lächeln ins Gesicht! Denn Deine Mitmenschen sind ebenfalls ein Teil Deiner Umwelt.

Neben den Geschenken gehören auch die leckeren Hamantaschen zu Purim. Oft haben Märkte in der Nachbarschaft frische Zutaten und tolle vegane Marmeladen für die Füllung. Ein Besuch lohnt sich! Hier ein Link zu einem veganen Rezept.

Aber auch am Tag danach kannst Du umweltbewusst und nachhaltig handeln – Spende die Geschenke, die Du nicht benötigst, an eine wohltätige Organisation in Deiner Nachbarschaft. Damit reduzierst du Verschwendung und trägst dazu bei, dass sich andere Personen freuen können.

Natürlich ist uns klar, dass sich Müll nicht vermeiden lässt. Beim Aufräumen könnt ihr allerdings darauf achten, dass Dinge, die recycled werden können, nicht ebenfalls im Müllsack verschwinden. Und beim Rest, da heißt es dann: Hoch lebe die Mülltrennung!

MEINE ERFAHRUNG:

Diese Vorschläge sollen als inspirierender Leitfaden verstanden werden und keineswegs als etwas, das genauso befolgt werden muss. Gerne könnt ihr eigene Ideen einbringen und den Feiertag völlig anders gestalten.

Meinen Erfahrungen nach lassen sich zwei Dinge jedoch super vereinen: Eine tolle Party zu feiern und gleichzeitig umweltbewusst zu handeln, schließt sich gegenseitig überhaupt nicht aus. Daher hoffe ich, dass meine Ideen als Inspiration aufgenommen werden, denn ein ökologisches Purim fühlt sich einfach so viel besser an! Wenn ich daran denke, wie viele Dinge früher in Müllbeuteln gelandet sind, die wiederverwendet werden könnten… Am liebsten würde ich diese Müllbeutel jetzt wieder ausgraben und es besser machen. Doch das geht leider nicht, und das ist der Punkt. Nachhaltiges Handeln beginnt schon sehr früh, es beginnt mit Euren Ideen. Sich gedanklich von Plastikgeschirr und Einwegbechern zu trennen, ist meiner Meinung nach ein super Schritt in die richtige Richtung! Was ich zudem immer wieder besonders toll finde und nur jedem ans Herz legen kann, sind Kleider-Tauschpartys. Sie machen enorm viel Spaß und teilen den umweltbewussten Gedanken auch gleich in Eurem Freundeskreis. Ihr werdet schnell merken, dass viele Dinge mit Euren Freunden gleich doppelt so schön werden.

Also – lasst uns gemeinsam feiern, aber nicht verschwenderisch sein. Wer nach dem Motto „Nach uns die Sintflut!“ lebt, zerstört mit vereinten Kräften die Welt, in der wir leben.

Chag Sameach!